Jeder, der irgendwann den Wunsch hat, auf seinem Rechner beispielsweise ein zweites Betriebssystem zu nutzen, steht vor einem Problem, das er auf unterschiedliche Arten lösen kann:

Möglichkeit 1: Man stellt sich einen zweiten Rechner neben den bereits vorhandenen. Ergebnis: Die einfachste Methode, jedoch weder günstig noch platzsparend und durch hohen Stromverbrauch gekennzeichnet.

Möglichkeit 2: Ihr installiert die Betriebssysteme parallel, dann muss beim Wechsel aber immer neugestartet werden.

Möglichkeit 3: Ihr richtet euch eine Virtuelle Maschine, kurz VM, ein. Was es damit auf sich hat, erkläre ich euch jetzt.

 

Was ist denn nun eine virtuelle Maschine?

Virtuelle Maschinen sind aus den Rechenzentren dieser Welt nicht mehr wegzudecken. Sie kommen zum Einsatz, wenn die Leistung eines Rechners durch eine Aufgabe allein nicht ausgereizt wird und dieser die meiste Zeit nur (im wahrsten Sinne) heiße Luft produziert. Mit Hilfe einer VM lassen sich auf einem physischen Rechner (auch Wirtsystem oder Host genannt) mehrere Gastsysteme gleichzeitig ausführen. Diesen Vorgang nennt man auch Virtualisierung. Entscheidend für die maximale Anzahl der Gastsysteme ist die Hardware des Wirtes, also:

  • Wie viel Arbeitsspeicher ist verbaut?
  • Wie viele CPUs sind vorhanden?
  • Wie viel Festplattenspeicher ist verfügbar?

Das Gastsystem „denkt“, es würde allein existieren. Es bekommt nicht mit, dass es sich die Ressourcen des Wirtes mit anderen Gästen teilen muss, also kommt es auch nicht zu Konflikten.

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Auf Zeitreise: Windows 95 in der VM

 

Was Ihr für den Betrieb einer VM braucht

Für den Betrieb einer oder mehrerer virtueller Maschinen braucht ihr nicht viel. Es reicht schon euer vorhandener PC/Laptop inkl. Betriebssystem und eine spezielle Virtualisierungssoftware. Der Gast liegt in Form einer Abbild-Datei (Image) vor, welche sich auch mittels USB-Stick speichern und auf einem anderen Wirtsystem mit identischem Hypervisor ausführen lässt. Es ist sogar möglich, VMs (virtuell) untereinander zu vernetzen. Alles auf ein und demselben Rechner.

 

Hypervisor vs. Emulator

Ganz grob lässt sich Virtualisierungssoftware in zwei Gruppen einteilen: Hypervisor und Emulator, wobei viele Lösungen auch Mischformen sind.

Ein Hypervisor grenzt die reale Hardware soweit ab, dass es jedem Gastsystem eine eigene Hardwareumgebung zur Verfügung stellt. Dabei steuert und überwacht es den Zugriff aller Gäste und macht sich die Leistung moderner CPUs zunutze.

Bei Emulatoren geht man noch einen Schritt weiter. Sie sind in der Lage, auch eine vollkommen andere Rechnerarchitektur zu simulieren, wenn auch mit Geschwindigkeitsverlusten. Entwickelt ihr am PC beispielsweise Programme, die auf einem Android-Handy ausgeführt werden sollen, braucht ihr nicht mal ein echtes Handy, um eure Software zu testen (siehe Titelbild rechts). Bei alten Videospielen greift man auch gerne zum Emulator, weil man damit auf die Original-Hardware verzichten kann.

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Probiert es doch einfach mal selber aus: