Unser Lieblingslied oder die Baustelle vor der Tür – wir sind ständig umgeben von Geräuschen und Tönen. Auch wenn wir gerne mal unsere Ruhe haben, in einem geräuschlosen Raum hält es keiner lange aus! Nichts zu hören ist sehr unangenehm, da wir uns an Umgebungsgeräuschen, wie zum Beispiel dem Geräusch unserer Schritte, orientieren.

Töne, Geräusche und Klänge sind Schall, also die Ausbreitung von Druck- und Dichteschwankungen. Wenn man den Druck an einem bestimmten Punkt im Raum aufzeichnen würde, würde sich bei einem reinen Ton eine Sinuskurve ergeben, oder bei einem Geräusch eine unregelmäßige Überlagerung vieler verschiedener Sinuskurven. Wie schnell die Änderungen des Drucks erfolgt, zeigt die Frequenz an, die auch ein Maß für die Tonhöhe ist. Zwischen 16 und 20.000 Hz liegt der Bereich, in dem der Mensch hören kann.

 

Wie hören Tiere im Vergleich zum Menschen?

Es gibt einige Tiere, die auch unter 16 Hz oder über 20 kHz noch hören können. Elefanten zum Beispiel können noch tiefere Töne wahrnehmen und Fledermäuse hören im Ultraschallbereich, weshalb letztere auch die größten Ohren im Verhältnis zur Körpergröße haben. Die brauchen sie auch, denn sie orientieren sich durch das Echo ihrer Ultraschall-Laute, die sie über die Nase aussenden. Über das Echo orten sie dann die Beute und können zum Beispiel Flugrichtung und Geschwindigkeit eines Falters exakt bestimmen. So sind sie perfekt an die Jagd im Dunkeln angepasst.

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Wie Mücken über den Hörsinn ihre Partner auswählen

Der Hörsinn gehört zu den mechanischen Sinnen, da die auftreffenden Druckwellen das Hörorgan in Schwingungen versetzt, die dann detektiert werden. Es gibt verschiedene Formen des Hörens: Bei den Insekten kann es zum Beispiel ein Hörhaar sein. Mücken nehmen so unter anderem die Flügelschlagfrequenz von möglichen Geschlechtspartnern wahr. Treffen sich die Partner, synchronisieren sie ihre Flügelschläge. Bei Heuschrecken werden bestimmte Membranen im Hörorgan, dem Tympanalorgan, in Schwingung versetzt. Dieses Organ sitzt im Vorderbein. Grillen hören besonders gut bei 5 kHz, sodass sie auch gut für den Menschen hörbar sind.

Das Ohr ist aber nicht nur wichtig, um akustische Informationen aufzunehmen, sondern auch fürs Gleichgewicht und um die Schallquellen zu lokalisieren. Die Richtung und Entfernung wird dadurch bestimmt, dass das eine Ohr der Quelle mehr zugewandt ist als das andere, sodass der Unterschied in der Lautstärke wahrgenommen werden kann.

 

Warum Fische gar nicht so stumm sind, wie wir denken

Auch Fische können übrigens hören. Meist dient die Schwimmblase als Resonanzraum und das Hören ist an die Umgebung Wasser angepasst. Und nicht nur das: Die meisten Fisch kommunizieren auch über verschiedene Laute miteinander! Also von wegen „Stumm wie ein Fisch“, dieses Sprichwort ist wohl nicht mehr aktuell 🙂 Man könnte sogar sagen, dass es für Fische viel sinnvoller ist, Laute zu produzieren, da sich der Schall unter Wasser besser ausbreitet als in der Luft. Die Laute können zum Beispiel beim Trommlerfisch über Schläge auf die Schwimmblase produziert werden. Seepferdchen knacken mit ihrem Kiefer. Nur schade, dass wir die Sprache der Unterwassertiere nicht verstehen. Selbst die Gesänge der Wale bleiben immer noch ein Geheimnis.

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Wenn ihr mehr über die Sinneswahrnehmung von Mensch und Tier erfahren möchtet, dann schaut euch doch auch mal meinen Artikel über das Auge an!

 

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