Im letzten Artikel habe ich euch das Thema DSL etwas nähergebracht. Selbstverständlich gibt es noch andere Möglichkeiten, um an schnelles Internet zu kommen. Gängige Methoden wären noch der Kabelanschluss oder Mobilfunk (UMTS und LTE). Wenn heutzutage aber die Mama zu Hause telefonieren will, Papa die Zeitung auf seinem Tablet liest und der Sohnemann online zockt – alles zur selben Zeit – dann verrichtet ein zentrales Gerät still und heimlich seinen Dienst: der Router – oder in diesem Fall der DSL-Router.

 

Was steckt in unserem Router eigentlich alles drin?

Mein damaliger Professor in Kommunikationstechnik würde jetzt mit erhobenem Zeigefinger vor mir stehen, denn ganz richtig ist die Bezeichnung „Router“ in diesem Fall nicht 😉 In der Netzwerktechnik werden Router lediglich gebraucht, um Netzwerkpakete zwischen verschiedenen Rechnernetzen weiterzuleiten. Nicht mehr und nicht weniger.

Der munter blinkende Kasten bei euch zu Hause kann noch viel mehr, wird aber trotzdem einfach nur „Router“ genannt. Wenn mehr als ein Rechner im Haushalt online gehen soll, würde sich sonst schnell ein ganzer Gerätepark ansammeln. Da wäre zuerst das Modem (kennt ihr schon), der Router (Weiterleitung der Daten zwischen Heimnetz und Anbieternetz) und ein Switch (Verteiler). Darf es auch drahtlos sein? Tja dann käme noch ein WLAN-Accesspoint dazu. Ach ja, Telefonieren über DSL wollen wir ja auch. Bräuchte man also noch ein VoIP-Gateway. Was haben wir noch vergessen? Richtig, eine Firewall, um Angriffe aus dem Netz abzuwehren. Puh, das macht dann sechs Geräte.

Blog_Rund ums Studium_Router

Ganz schön unübersichtlich!

 

Einfacher – aber auch besser?

Nicht jeder hat einen Abschluss in Kommunikationstechnik und dem Laien ist kaum zumutbar, alle einzelnen Geräte vernünftig einzurichten und zu warten. Also hat man sich gedacht, alles in einem einzigen Gerät zu vereinen und mit einem fancy Namen à la Fritzbox, HomeBox oder EasyBox zu versehen. Also nur noch ein Kasten statt sechs! Wer sich keinen eigenen kaufen mag, nimmt den seines Providers, manchmal auch nicht ganz freiwillig. Im Idealfall stöpselt ihr das Teil einfach an die Telefondose, der Provider hilft per Fernkonfiguration bei der Einrichtung und alles funktioniert, wie es soll. Trotz all der Vereinfachung bleibt ein ganz entscheidender Nachteil: Ist der Router defekt, geht gar nichts mehr. Kein WLAN, kein Telefon und wer übers Internet fernsieht, guckt in die Röhre.

 

Selbst aktiv werden

Ein fertiges Produkt kaufen ist die eine Sache, aber wer z. B. Multimediatechnik studiert, wird sich früher oder später auch für das Innenleben eines Routers interessieren – nicht nur hinsichtlich der Hardware. Auf vielen Routern kann man nämlich alternative Software aufspielen und den Funktionsumfang damit enorm aufbohren. Schaut auch euch hierzu mal DD-WRT oder Open-WRT an.

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Unter die Haube geschaut: Die Oberfläche von OpenWRT