Heute geht es im Rahmen unserer Reihe „Retro – Technik von gestern“ um ein Hobby, das hunderte Millionen von Jugendlichen und Erwachsenen miteinander teilen: Video- und Computerspiele! Und diese gibt es nicht erst seit der goldenen Ära ab 1970 – die Entwicklung der Computerspiele begann schon viel früher, nämlich bereits Anfang der 50iger. Sandy Douglas programmierte auf einem Röhrenrechner, dem EDSAC, das klassische Tic-Tac-Toe. Zu diesen Zeiten passten Rechner nicht wie heute in die Hosentasche, sondern belegten ganze Räume!

Der EDSAC – Ein echtes Rechner-Ungetüm. Bildquelle: California State University

Der EDSAC – Ein echtes Rechner-Ungetüm. Bildquelle: California State University

Ganze Hallen füllten auch Arcade-Spiele wie Pong, Pacman und Space Invaders. In den 70igern und 80igern landete das Taschengeld vieler Jugendlicher in den Schlünden genau dieser Automaten. Etwa zur gleichen Zeit entwickelten sich die ersten Konsolen für den Betrieb am heimischen Fernseher. Pionier hier war die Firma Magnavox mit dem Odyssey. Obwohl damals die meisten Spiele fest in der Konsole verdrahtet waren, erlaubte es die Odyssey, diese in Form von Steckkarten zu wechseln. Leider konnte die Magnavox-Konsole nur weiße Quadrate darstellen. Zusätzliche Grafiken befanden sich auf Folien, die man auf den Bildschirm legen musste.

Ein Pong Arcade-Automat

Ein Pong Arcade-Automat

Die zweite Generation und der große Crash

Die zweite Generation begann mit dem Atari 2600. Spiele waren jetzt vorwiegend auf Modulen, sogenannten Cartridges, gespeichert. Damit verbunden war auch die schier unüberschaubare Anzahl an Titeln, die den Markt in den 80iger Jahren überschwemmten. Mit jeder noch so banalen oder sinnlosen Spielidee versuchte man Geld zu machen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist das Videospiel zum gleichnamigen Kinofilm E.T. The Extra-Terrestrial. 80 Prozent der produzierten Spielemodule wurden in New Mexico vergraben, weil sie sich nicht verkauften. Damit ging dieser Titel als schlechtestes und erfolglosestes Spiel aller Zeiten in die Geschichte ein. Aufgrund der Flut an (qualitativ fragwürdigen) Spielen kam es schließlich, wie es kommen musste: Der Video Game Crash 1983. Die ersten PCs, mit denen man mehr als nur „daddeln“ konnte, drängten sich in den Vordergrund und gruben den stationären Heimkonsolen mehr und mehr das Wasser ab.

Der größte Flop die Videospielgeschichte: ET the Extra-Terrestrial

Der größte Flop die Videospielgeschichte: ET the Extra-Terrestrial

Von PS1 bis PS4 – Entwicklung und Zukunft von Konsolen

Mitte der 90iger konnte Sony mit seiner PlayStation einen riesen Erfolg feiern. Nicht zuletzt lag das auch an den verwendeten Datenträgern: Es waren CD-ROMs mit Kopierschutz, der sich aber relativ leicht umgehen ließ 😉 Die virtuellen Welten wurden immer größer, bunter, realistischer und vor allem dreidimensional! Mittlerweile gibt es zwei Lager: Die hartgesottenen PC-Gamer und die Konsolenfreaks. Aktuelle Konsolen fungieren eher als Medienzentralen, mit denen wir spielen, Musik hören, Filme schauen oder surfen. Spielinhalte verschieben sich mehr und mehr in die Cloud und irgendwann werden auch physische Datenträger wie CDs und Blu-rays verschwinden.
Falls ihr mal in Berlin sein solltet, stattet unbedingt dem Computerspielmuseum einen Besuch ab! Dort erwarten euch viele Exponate für Fans und Nerds! Gespielt werden darf selbstverständlich auch 😉

Ihr steht auf Retro-Technik? Dann solltet ihr euch auch diese Themenartikel dazu auf jeden Fall anschauen: