Als man damals begann, Computer miteinander zu vernetzen, griff man auch auf das bereits vorhandene analoge Festnetz zurück. Das machte durchaus Sinn, schließlich erübrigte sich so die kostenintensive Neuverlegung von Kabeln. Damit zwei Rechner über die Telefonleitung miteinander kommunizieren können, musste jeder von ihnen an ein Modem angeschlossen werden. Ein Modem (Kofferwort aus Modulator und Demodulator) wandelt die digitalen Signale des Computers so um, dass sie über die Telefonleitung übertragen werden können – das nennt man Modulation. Auf der Gegenseite findet der umgekehrte Prozess statt, die Demodulation. Wie auch das klassische Telefon musste sich das Modem ins Telefonnetz einwählen – die etwas Älteren unter euch werden dieses Gedudel sicherlich noch gut in Erinnerung haben.

Maximal ließen sich mit dieser Technik pro Sekunde 56 Kilobit in Empfangsrichtung und 48 Kilobit in Senderichtung erreichen. Bei dieser „Geschwindigkeit“ wäre YouTube quälend langsam, also nix mit lustigen Katzenvideos 😉

 

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Ein 56k-Analog-Modem

 

Need for Speed – der Siegeszug von DSL

Zum Glück hat sich die Datenfernübertragung mittels Modem in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt und ist zunächst bei ISDN (128 bis 256 Kbit/s) und schließlich bei dem angekommen, was wir heute als DSL – Digital Subscriber Line – kennen. Die Vorteile liegen auf der Hand: gleichzeitiges Telefonieren und Surfen – vorher über Modem nicht möglich! Zusätzlich beträgt die Geschwindigkeit in Empfangsrichtung nun bis zu 24 Megabit. Im Vergleich zum alten 56k-Modem ist das über 400 mal schneller. Jetzt sind die beliebten Katzenvideos (und ganze Spielfilme in HD-Qualität) also kein Problem mehr. Auf der Anschlussseite muss der Nutzer einen Splitter installieren, um das DSL-Signal vom Telefonsignal zu trennen. Dahinter befindet sich dann das DSL-Modem. Auch das Festnetz musste für DSL ausgebaut werden. Alle Vermittlungsstellen (Knotenpunkte in denen hunderte Telefonleitungen zusammenlaufen) wurden mit entsprechender Technik aufgerüstet. Je weiter man von solch einer Vermittlungsstelle entfernt ist, desto langsamer ist die Datenübertragung. In einigen ländlichen Gebieten ist das selbst heute noch ein großes Problem! Schuld daran sind die Datenverluste, die das Signal aufgrund der Kupferkabel mit zunehmender Distanz erleidet.

 

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So sind DSL-Splitter und Modem angeschlossen.

 

VDSL – Wie unser Internet noch schneller wird

Heutzutage geht man dazu über, Teile der Vermittlungstechnik näher an den Kunden zu bringen. Die dahintersteckende Technologie nennt sich VDSL. Wer aufmerksam durch die Straßen geht, wird die großen Kästen am Gehwegrand bemerkt haben. Der Fachmann spricht vom Multifunktionsgehäuse. Sie beherbergen die notwendigen Geräte und verfügen über eine eigene Stromversorgung. Untereinander sind diese Schaltzentralen mit Glasfaserleitungen verbunden. Damit gibt’s jetzt auch extrem hochaufgelöste Katzenvideos superschnell mit bis zu 100 Mbit/s – unglaublich!

Wer jetzt noch tiefer in die Materie einsteigen möchte und etwas über drei Stunden Zeit hat, dem sei dieser interessante Podcast empfohlen. Wem das noch nicht genug ist, der kann sich selbstverständlich auch für die Studiengänge Informationstechnik (Uni Rostock) oder Informations- und Elektrotechnik (HS Wismar) einschreiben 😉

Bildquellen:
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