Ob man Strom speichern kann, ist immer eine Frage der Menge. Es gibt einige chemische, physikalische und biologische Verfahren dafür, allerdings eignet sich nicht jeder Speicher für jeden Zweck.

Die bekanntesten chemischen Speicher kennt ihr alle: Akkumulatoren (Akkus) und  Batterien. Diese können nicht allzu viel Energie speichern und eignen sich nicht zum Transport, da sie meist verhältnismäßig viel Platz einnehmen und sehr schwer sind.

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Andere Wege, um Energie zu speichern

Man kann aber auch durch Elektrolyse Wasserstoff (H2) herstellen, welcher dann gespeichert und später von Blockheizkraftwerken (BHKWs) oder einer Brennstoffzelle in elektrische Energie zurückgewandelt wird. Das Verfahren der Elektrolyse verwendet man meistens nur bei regenerativ gewonnenem Strom, da nur ca. 40% der einst vorhandenen Energie wiederverwendet werden können.

Anders sieht dies z.B. bei den rein physikalisch funktionierenden Pumpspeicherkraftwerken aus, bei denen Wasser auf eine höhere Ebene gepumpt wird und somit eine höhere potenzielle Energie besitzt. Bei Energiebedarf wird dann das Wasser durch Turbinen geleitet, die dann elektrische Energie erzeugen. Das Ganze ist ziemlich effizient: Bei modernen Pumpspeicherkraftwerken können Wirkungsgrade von bis zu 85% erzeugt werden!

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Zuletzt gibt es noch die biologischen Speicher, die man eigentlich nicht „Speicher“ nennen darf, da es sich hier um Einwegprozesse zur Energiegewinnung handelt. So wird zum Beispiel gerade an Batterien geforscht, die ihre Energie über den Abbau von Zucker gewinnen. Die Alltagstauglichkeit liegt hier aber noch in der Zukunft.

Batteriepark Schwerin – Der Retter in der Not

Der Batteriepark in Schwerin, betrieben von der Firma WEMAG ist einer der größten kommerziellen Batterieparks, die je gebaut wurden und dient dem Ausgleich kurzzeitiger Netzschwankungen. Der Batteriepark besitzt eine Kapazität von 5MW/h und eine maximale Leistung von 5MW. Dies bedeutet, dass der Speicher eine Stunde bei Volllast betrieben werden kann, bis er leer ist. Bei z.B. Sonnenfinsternissen oder in der Halbzeit von WM-Spielen springt der Batteriepark ein, um die regulären Stromnetze kurzfristig zu unterstützen.

Nachteile eines solchen Speichers sind allerdings die enormen Kosten und der Platz, der benötigt wird, um eine solche Anlage zu installieren.

Studiengänge in MV zum Thema Energiespeicherung

Wenn sich jemand für das Thema Energiespeicherung und Energieanlagen interessiert, gibt es gleich mehrere Studiengänge in MV, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Einer davon ist der Studiengang „Regenerative Energien an der FH Stralsund, wo es sogar ein eigenes Modul namens „Speicherung regenerativer Energien“ gibt. Man kann allerdings auch Elektrotechnik oder ähnliches studieren, denn meistens spielen Energiespeicher in solchen Studiengängen ebenfalls eine wesentliche Rolle.

Was immer ihr auch studieren mögt, das Feld der Energiespeicherung ist noch lange nicht ausgeforscht und es werden hier immer kluge Köpfe gebraucht 🙂

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