Heute machen wir mal einen Ausflug in die Psychologie – und zwar die der Affen. Wie tickt unsere Psyche und wie die unserer Primaten-Kollegen? Hier zwei Fakten für euch, die mir kürzlich zu Ohren gekommen sind.

Gruppenzwang – ein Phänomen, das jedem von uns bekannt ist und uns täglich begegnet. Wir halten uns an Normen, beugen unsere Meinung der Mehrheitsmeinung und so weiter. Der Faktor der sozialen Erwünschtheit beeinflusst nahezu jeden von uns. Besonders negativ behaftet ist dabei allerdings Gruppenzwang, der sich zum Beispiel auf negative Gewohnheiten oder Eigenschaften bezieht. Der Klassiker dürfte hier wohl das Rauchen sein. Fragt mal ein paar Raucher, warum sie überhaupt damit angefangen haben – die Antworten werden sich in vielen Fällen sehr ähneln und auf Gruppenzwang hinauslaufen.

Menschen verspüren Gruppenzwang – Affen nicht

Auch wenn wir das Nachplappern mit Papageien und das Nachmachen mit Affen assoziieren, so tun wir aber zumindest letzteren damit Unrecht:
Wie in der Psychological Science von Dezember 2014 nachzulesen war, verzichten bereits zweijährige Kinder auf eine Belohnung, wenn sie sich dafür anders verhalten müssten als andere Gleichaltrige. Es ist ihnen also wichtiger, mit ihren Handlungen zur Gruppe dazu zu gehören, als eine materielle Belohnung zu erhalten. Orang-Utans und Schimpansen dagegen bleiben sich ihr ganzes Leben lang weitestgehend treu und lassen sich nicht davon beeinflussen, was ihre Artgenossen tun.
Gruppenzwang sei demnach also typisch menschlich und laut der Forscher auch durchaus nützlich. So kann er zum Beispiel dazu beitragen, sich innerhalb des Freundeskreises gegenseitig zu besseren sportlichen oder schulischen Leistungen anzutreiben.

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Schimpansen ziehen in den Krieg

Der andere Fakt betrifft das Sozialleben von Schimpansen. Krieg und Gewalt sind typisch menschlich. Zwar flimmert immer mal wieder eine Horrordokumentation über den Bildschirm, in der sich Tiere einer Gattung zusammentun, um Artgenossen zu töten, aber grundsätzlich empfinden wir das Tierreich doch als eher friedfertig.
Zumindest was Schimpansen angeht, ist dieses Bild jedoch nicht ganz richtig. Forscher haben nun herausgefunden, dass Schimpansenmännchen sich bei steigender Populationsdichte in kleinen Gruppen zusammenschließen, um andere Männchen zu töten. Interessanterweise ist diese radikale Anpassung an die Lebensbedingungen bei Bonobos nicht zu beobachten, obwohl diese sehr nah mit den Schimpansen verwandt sind.

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Allerdings sind es nicht nur Affen oder Säugetiere im Allgemeinen, die ihre täglichen Kämpfe zu bestreiten haben. Auch Mikroorganismen wie Bakterien ziehen quasi regelmäßig in die Schlacht, wie ihr im Studiengang Biochemie lernt. Was ihr damit später Cooles machen könnt, verrät Hanna euch hier 🙂