Vor rund 10.000 Jahren begannen unsere Vorfahren mit dem Anbau von Getreide. Was damals noch mit schwerer körperlicher Arbeit von Mensch und Tier verbunden war, wird heute mit modernster Technik ausgeführt. In Sachen Getreideanbau ist Mecklenburg-Vorpommern deutschlandweit übrigens auf Platz 5 – mit 600.000 Hektar!

Was ist eigentlich Winterweizen?

Vorab: Es gibt mehrere Sorten, z.B. den Sommerweizen. Wer hätte das gedacht 😛 Doch der Unterschied ist eigentlich ganz einfach: Winterweizen wird im späten Sommer bis frühen Herbst gedrillt (also gesät), und der Sommerweizen erst im Frühjahr. Aber trotzdem werden beide zur selben Zeit im Sommer geerntet, allerdings mit Ertragsunterschieden. Denn der Winterweizen hat in seinem Wachstum einen Vorsprung.

Wie wird das Getreide angebaut?

Nach der Vorfrucht wird der Boden durch pflügen oder grubbern gelockert, um eine möglichst geringe Verdichtung des Bodens zu erhalten. Die Egge ebnet im Anschluss die Bodenfläche ein und gibt der Erde die richtige Struktur: fein krümelig. Dann folgt die Aussaat. Hierfür muss der Landwirt die richtige Weizensorte in Abhängigkeit mit den vorliegenden Standortfaktoren und der späteren Verwendung des Weizens auswählen.

Nach der Aussaat benötigen die Körner Luft, Wasser und eine Temperatur von 2° bis 4° Celsius. Zu Beginn wachsen die Keimwurzeln, gefolgt vom Keimling. Hat dieser die Bodenschichten durchdrungen, sieht man erste Blattspitzen an der Erdoberfläche. Die Saat ist „aufgelaufen“. Während das Wachstum im Winter zeitweise stehen bleibt, geht es im Frühjahr bei steigenden Temperaturen gleich weiter und der Bestand wird dichter.

Nun folgt die Düngung des Getreides. Hier können mineralische Dünger zum Einsatz kommen, aber auch Gülle wird auf den Acker ausgebracht. Auf dem Acker wächst allerdings neben dem Getreide auch sämtliches Unkraut. Dieses muss entsorgt werden, denn es verursacht sonst Ertragsverluste. Die Bekämpfung erfolgt sowohl chemisch, als auch mechanisch.

Ende März beginnt dann ungefähr die Ährenbildung. In dieser Phase benötigt die Pflanze besonders viel Wasser und Nährstoffe. Meist wird in diesem wichtigen Stadium noch einmal gedüngt.

Wann erntet man Weizen?

Sind die Ähren dann ausgewachsen und die Körner in ihnen reif, folgt der letzte Schritt: Die Ernte. Sie erfolgt zwischen Juli und September. Nachdem die Ähren mit dem Mähdrescher abgemäht wurden, können sie nach eventueller Trocknung eingelagert werden.

Ich hoffe, ich konnte euch näher bringen, welch hohe Verantwortung die Landwirte tragen. Sie sorgen dafür, dass unser Hunger gestillt wird und sind dabei von vielen Umweltfaktoren abhängig, was den Anbau oft erschwert.

Wenn ihr noch mehr wissen wollt, schaut doch mal hier. Oder informiert euch über ein Studium der Agrarwirtschaft an der HS Neubrandenburg.