Doch warum braucht man eigentlich einen Zeitzonenplan?

Früher, zu Kaiser Wilhelms Zeiten, hatte jede Stadt ihre eigene Zeit – die Ortszeit. Das bedeutet, dass jeder Ort seine eigene Mittagspause hatte: Diese begann, wenn die Sonne im Zenit stand, also den höchsten Punkt erreichte. Somit war beispielweise zwölf Uhr mittags in Berlin einige Minuten früher als in Hamburg.

Das Weltzeitsystem: von der Ortszeit zu den Zeitzonen

Vor ungefähr 200 Jahren kam es dann weltweit zu einer enormen Erweiterung des Eisenbahn- und Telegraphennetzes. Diese verursachte vor allem in der Wirtschaft, dem Handel, dem Verkehr und den internationalen Nachrichtentransfer bedeutende Veränderungen – es war der Beginn des Zeitalters der Globalisierung. Dieser Wandel verursachte am Anfang jede Menge Chaos, denn an jedem Bahnhof standen unterschiedliche Uhrzeiten und die entsprechenden Abfahrtszeiten mussten berechnet werden. Um nicht für jede Stadt eine Uhr dabei haben zu müssen, wurde schließlich ein einheitliches Weltzeitsystem eingeführt.

Wie unterscheiden sich die einzelnen Zeitzonen?

Wie wir alle wissen, existieren mehrere Zeitzonen (insgesamt 24) auf der Erde. Wenn es in Berlin also 12:00 Uhr mittags ist, ist es in New York 06:00 Uhr morgens und 18.00 Uhr abends in Tokyo. Reist man in Richtung Westen werden Stunden abgezogen, in östliche Richtung addiert man Stunden dazu.

Zeitzonen sind Teile der Erdoberfläche. Geographisch betrachtet entsprechen 15° in der Länge (Längengrade) einer Zeitzone. Ausgangspunkt ist das englische Greenwich. Dort wurde der Nullmeridian festgelegt. Die Nullzeitzone erstreckt sich von 7,5° westliche bis 7,5° östliche Länge. Mittlerweile richten sich die meisten Länder nach dem Weltzeitsystem, wobei sich die Zeitzonengrenzen in vielen Fällen an politische Grenzen orientieren. Nur einige ozeanische Inseln und wenige Staaten weichen vom Weltzeitsystem ab. Eine Übersicht der Zeitzonen findet ihr hier.

Übersicht über Zeitzonen

Zeitverschiebung? Wir haben den vollen Überblick! 😀

Und wieso gibt es Sommerzeit und Winterzeit?

Jedes Jahr finden die gleichen hitzigen Diskussionen über das Für und Wider der Sommerzeit statt. Doch warum wird uns eigentlich jeden letzten Sonntag im März eine Stunde gemopst, nur um sie uns am letzten Sonntag im Oktober zurück zu zugeben?

Die Idee dahinter: Durch die Umstellung der Zeit soll das Tageslicht besser genutzt werden, um somit Energie zu sparen. Da es in den Sommermonaten schon sehr früh hell wird, werden die Uhren eine Stunde vor gestellt. Das umgekehrte Prinzip gilt auch für die Winterzeit.

Allerdings haben einige Menschen Probleme damit, weil ihr Körper sich erst an den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus gewöhnen muss. Aber noch schlimmer ist es beim sogenannten Jetlag.

Wieso bekommt man bei langen Reisen einen Jetlag?

Ein Jetlag entsteht nach langen Reisen über mehrere Zeitzonen. Der Sonnenaufgang und -untergang tritt zu ungewohnten Zeiten auf, sodass die innere Uhr nicht der aktuellen Ortszeit entspricht. Die gewohnten Rhythmen, wie Schlafenszeit, Essenszeit oder Körpertemperatur und Hormonbildung geraten aus dem Gleichgewicht. Da der Körper sich nicht so schnell anpassen kann, können die verschiedensten körperlichen und psychischen Beschwerden auftreten. Dabei spielt auch die Flugrichtung eine wesentliche Rolle. Bei Flugreisen gen Osten wird der Jetlag meistens stärker wahrgenommen. Die Ursache liegt in den längeren Taktphasen, dass bedeutet dass der Körper es als einfacher empfindet länger wach zu bleiben, als früher aufzustehen.

Es ist schon Wahnsinn, womit unser Körper bei langen Flugreisen fertig werden muss. Aber zum Glück gibt es ja mittlerweile Mittel und Wege den Jetlag so gering wie möglich zu halten. Also, wohin auch immer ihr unterwegs seid – lasst euch von Kleinigkeiten wie Zeitverschiebung und Jetlag nicht aufhalten! 😀