Worauf wir uns freuen: warmes Wetter und milde Temperaturen im Urlaub

Eines der wichtigsten Kriterien, nach denen so einige im Moment den Koffer für den Sommerurlaub packen, ist das Wetter, das uns am jeweiligen Ferienort erwartet. Dabei ist die Temperatur wohl mit das Wichtigste, denn wer packt schon Mütze und Schal ein, wenn es nach Italien, Griechenland oder auf die Kanaren geht und das Thermometer über 30° C zeigt?

Wie kann man Temperaturen messen?

Ich möchte euch heute mal auf eine kleine Reise durch die Entwicklung und Geschichte der Temperaturmessung und -einteilung nehmen…

Grad Celsius: So messen wir in Europa

Die uns bekannteste Temperaturskala, also eine willkürliche Festlegung der Größenordnung der Temperatur, geht auf den schwedischen Astronom Anders Celsius zurück, der 1701 geboren wurde. Er legt die 100teilige Thermometereinteilung fest, bei der 0°C der Siedepunkt des Wassers war und 100°C der Schmelzpunkt von Eis. Erst später wurden die Fixpunkte der Skala umgetauscht.

Grad Fahrenheit: So misst man in Amerika

Auch Daniel Gabriel Fahrenheit lebte zu Beginn des 18. Jahrhunderts und er war der Erfinder des Quecksilberthermometers. Als Nullpunkt verwendete er eine Eis-Salz-Kältemischung von -17,8 °C. Merke: 1 °C entspricht nicht 1 °F! Für die Umrechnung muss man die Temperatur in °C mit 1,8 multiplizieren und dann 32 addieren. Seine Skala wurde lange Zeit in Deutschland und einigen Ländern Europas verwendet, bevor sie von der Celsius-Skala abgelöst wurde. Heute wird sie immer noch in den USA verwendet.

Temperatur_Messung_Grad_Celsius_Fahrenheit_Kelvin

Die Temeraturskalen von Grad Celsius,
Fahrenheit und Kelvin

Grad Kelvin: So misst man in den Naturwissenschaften

In der Wissenschaft wird meist mit der Temperatureinheit Kelvin gearbeitet und gerechnet. Diese wurde im 19. Jahrhundert von dem britischen Physiker Lord Kelvin eingeführt und gründet sich auf seine Arbeit zur Thermodynamik. Er war damals erst 24 Jahre alt! Der Nullpunkt der Skala liegt bei -273,15 °C und 1 K entsprechen genau 1 °C. Bei 0 K würden sich keine Teilchen mehr bewegen, da sie keine Energie dafür haben. Die Skala zeigt also nicht nur die Temperatur, sondern sagt auch etwas darüber aus wie viel Energie vorhanden ist!

Im täglichen Leben wird die Kelvin-Skala wenig verwendet, da die Zahlen der Celsius-Skala einfacher zu handhaben sind und man an ihre Werte gewöhnt ist.

Welche Möglichkeiten zur Temperaturmessung gibt es noch?

Habt ihr schon mal von der Réaumur-Skala, der Rankine-Skala, der Delisle-Skala oder der Newton-Skala gehört? Die Réaumur-Skala wurde zum Beispiel früher in Westeuropa verwendet, dann aber abgelöst. Die Delisle-Skala diente in Russland zur Temperaturmessung und die Rankine Skala wird auch heute noch in den USA verwendet.

Urlaub_Temperatur_Wetter_Wärme_Wetterfrosch

Mein Wetterfrosch und ich genießen den Sommer bei 25°C,..ich mein 77°F,..äh 298.15K  😉

Wieso braucht man eine Skala zur Temperaturmessung?

Die Messung der Temperatur beruht auf verschiedenen physikalischen Effekten. Dazu gehört zum Beispiel die Volumenausdehnung von Stoffen wie Flüssigkeiten oder Gasen oder die Änderung von charakteristischen Eigenschaften wie der Farbe, der Reflexion oder des elektrischen Widerstands.

Die Temperatur bestimmt also nicht nur welche Kleiderstücke in unseren Koffer wandern, sondern ist auch ein essentieller Bestandteil vieler Naturgesetze. Sie bestimmt die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Stoffen und kann sogar Stoffwechselprozesse von Lebewesen beeinflussen.

Ich hoffe, ihr genießt die milden Temperaturen in eurem Sommerurlaub – kommt nicht ins Schwitzen 😛