Wenn man den Begriff „Maschinenbauingenieur“ einmal näher betrachtet, fällt einem sofort auf, dass er aus drei Wörtern zusammengesetzt wird – nämlich aus „Maschine“, „bauen“ und „Ingenieur“. Somit muss man kein Experte sein, um schlussfolgern zu können, was ein ausgelernter Ingenieur mit diesem Schwerpunkt wohl später machen wird. Doch wie genau baut man eigentlich eine Maschine? Worauf muss man achten und weiß, dass sie hinterher auch funktioniert? 🙂

Wie ist das Maschinenbau-Studium aufgebaut?

Das Maschinenbau-Studium an der FH-Stralsund ist so aufgebaut, dass in den ersten vier Semestern die Grundlagen für mathematisch-naturwissenschaftliche (also Mathe, Informatik, Physik) und ingenieurwissenschaftliche Zusammenhänge (also Werkstofftechnik, technische Mechanik, Thermodynamik) gelehrt werden. Parallel dazu, finden Kurse für ingenieurwissenschaftliche Anwendungen statt (z.B. 3D-Modellierung, Maschinenelemente, Getriebetechnik).

Dies geschieht sowohl in theoretischen Vorlesungen als auch in praktischen Laborversuchen. Im 5. und 6. Semester folgen dann fachübergreifende Fächer, wie z.B. BWL, Recht und technisches Englisch. Außerdem könnt ihr nun euren eigenen Schwerpunkt wählen. Den Modulplan findet ihr hier. Im letzten und siebten Semester folgt dann ein Praktikum in einem Unternehmen, welches mit der Abschlussarbeit verbunden werden kann. Soviel zum theoretischem Aufbau des Studiums. Aber nun soll es um die oben genannten Fragen gehen 🙂

Maschinenbau_Studium_FH_Stralsund-Campus

An der FH Stralsund könnt ihr Maschinenbau studieren und Wahlmodule selbst auswählen

 

Wie entsteht eine Maschine?

Jede Maschine und jede Konstruktion sind so unterschiedlich, dass es nicht nur ein mögliches Vorgehen gibt. Dennoch ähneln sich viele Abläufe und ermöglichen es, dir einen generellen Überblick zu geben 🙂

Zuerst ist es wichtig, ein paar Eckdaten zu sammeln, um zu wissen, was die gewünschte Maschine überhaupt können soll. Eine Verpackungsmaschine in der Lebensmittelbranche muss anderen Anforderungen gerecht werden, als ein Fördersystem in der Automobilbranche. Wie groß darf sie maximal sein? Wenn sie als Erweiterung dienen soll, müssen die Abmaße der bereits existierenden Maschine bekannt sein. Welche Kräfte wirken auf die Bauteile, also müssen schwere Teile transportiert/ bearbeitet werden oder eher leichte? Wie sind die Umgebungszustände – ist es dort besonders warm oder muss die Konstruktion vor Verschmutzung geschützt werden? Soll sie vollautomatisch bedienbar sein oder sollen Mitarbeiter gewisse Prozesse bearbeiten? Auf wieviel hundertstel genau muss die Maschine fertigen können, wie groß sind die Toleranzen?

All das sind Faktoren, die darüber entscheiden, welches Material verwendet werden kann. Zum Beispiel macht es keinen Sinn Kunststoffe oder Leichtmetalle, die einen geringen Schmelzpunkt haben, zu verwenden, wenn die Maschine in Produktionshallen mit hohen Temperaturen benutzt wird, da das Material schmelzen könnte oder sich ausdehnt.

Und genau jetzt fragst du dich wahrscheinlich „Aber woher soll man das alles wissen“? Die Lösung liegt auf der Hand: im Studium lernst du verschiedenste Materialeigenschaften kennen, die Wirkung mechanischer Kräfte, wie Motoren funktionieren und vieles mehr. Und wenn du etwas nicht weißt, bist du in der Lage dir die Lösung selbst anzueignen. Es heißt ja nicht umsonst: „Wo man ihm ein Rätsel schenkt, steht der Ingenieur und denkt“ ;-).

Und nun kommt der spannende Teil! Mit Hilfe einer speziellen Software lernst du bereits im Studium einzelne Bauteile an dem Computer zu entwerfen. Bauteile lassen sich zu Baugruppen zusammenfügen und durch mehrere Baugruppen entsteht eine komplette Maschine.

FH Stralsund_Maschinenbau_Studium_Einzelteile

Hättet ihr gedacht, dass der VW Golf II aus so vielen Einzelteilen besteht?

Hier seht ihr beispielsweise mal alle Bauteile die für einen VW Golf II benötigt werden. Jedes noch so kleine Einzelteil wurde zuvor an einem Rechner konstruiert, das Material festgelegt und das Design überarbeitet.

Und wie genau das Programm aussieht, kannst du dir bald im zweiten Teil meines Beitrages anschauen. Gerne kannst du mir auch detaillierte Fragen über die Kommentar-Funktion stellen, die ich dir bestmöglich beantworten werde 🙂