Wieso habe ich mich vor gut 2 Jahren für diese Stadt entschieden?

Heute erzähl ich euch mal, wie es dazu gekommen ist, dass ich in eine Stadt ziehe, die so weit im Osten liegt und mir eigentlich relativ unbekannt war. Alles ging natürlich mit der Zusage der Uni Greifswald los. Ich erhielt Zusagen anderer Unis für den Studiengang Biochemie und musste eine Entscheidung treffen. Ich hatte mich vorher wenig damit auseinandergesetzt welche Uni die richtige ist. Eigentlich habe ich mich immer mehr mit der Frage auseinander gesetzt, was ich studieren will und nicht wo 😉 Zudem wollte ich mich auch nicht auf eine Uni festlegen, um bei einer Absage nicht zu sehr enttäuscht zu sein.

Ein wichtiger Faktor für mich war die Nähe zu meiner Familie. Ich brauche zwar 3 Stunden nach Hause, aber die sind leichter hinter sich gebracht als 8 oder 10 Stunden… Vor meinem Studium war ich ein Jahr lang im Ausland und habe dort gemerkt, dass es mir wichtig ist meine Eltern und Geschwister mehr als einmal im Jahr zu sehen. Natürlich habe ich mir ein bisschen was zu den Studienstandorten im Internet durchgelesen, kam damit aber nicht wirklich weiter. Ich fuhr dann selbst nach Greifswald, um mir einen Eindruck von der Stadt und der Universität zu machen.

Ich hatte einen unglaublich schönen Tag – Greifswald hat mich auf Anhieb begeistert 🙂 Die Sonne schien und ich schlenderte einfach mal durch das Institut für Biochemie, trank dort einen Kaffee aus dem Automaten und befand ihn für gut 😉 Ich war beeindruckt von dem modernen Gebäude und konnte auch ein paar Blicke auf die Labore erhaschen. Das alles hat mich auch ein wenig überrascht, da ich doch ein paar Vorurteile gegenüber den neuen Bundesländern hatte. Das Ende vom Lied: Greifswald wurde mein Studienstandort. Eine im Nachhinein betrachtet sehr emotionale Entscheidung 🙂

Was kann ich nach 2 Jahren über diese Entscheidung sagen? Würde ich sie nochmal genauso treffen?

Ja, auf jeden Fall! Natürlich habe ich an meinem ersten Tag nur einen ganz kleinen Ausschnitt dieser Stadt kennen gelernt. Aber dann ging es schnell los mit dem Studieren und mein Studienort wurde nach und nach zu meinem Zuhause.

Greifswald ist nicht groß. Die Universitäts- und Hansestadt hat knapp 56.000 Einwohner und eine Fläche von 51 km². Ich komme aus der Nähe von Hamburg, kenne mich dort ganz gut aus und vielleicht grade deswegen weiß ich welche Vorteile eine kleinere Stadt bietet. Ich finde es total angenehm, dass alle Freunde nur ein paar Fahrradminuten entfernt wohnen und die verschiedenen Gebäude der Uni gut zu erreichen sind. Kein lästiges U-Bahn fahren mit fremden Menschen. Ich gehe 10 Minuten und kann die Natur genießen, und das obwohl ich im Zentrum (auf dem Titelbild seht ihr den Blick aus meinem Fenster auf den Greifswalder Dom) und direkt neben dem Kino wohne 😛

Besonders mag ich die Innenstadt mit den vielen Kirchen und den bunten Häuserfassaden am Marktplatz. Dort befindet sich auch gemütliche Cafés zum Verweilen und es ist immer viel los – außer lauten Autos. Besonders oft bin ich natürlich auf dem Campus der Naturwissenschaften. Die Institute sind modern und auch die große Bibliothek lädt geradezu zum Studieren ein (lest dazu auch meinen Artikel Wie viele Bücher braucht man im Studium?)

Greifswald

Am Museumshafen verweilen häufig Studenten

Dass ein großer Anteil der Einwohner Studenten sind, merkt man auch schnell. Studentenkneipen, Angebote und Vergünstigungen zum Beispiel von Restaurants oder Geschäften gibt es viele. Der Betrieb ist generell in den Semesterferien deutlich niedriger…Eigentlich kann sich ein Student hier nur wohl fühlen 😉

Zu den Menschen in Greifswald kann ich deshalb sagen, dass es wohl hauptsächlich Studenten sind mit denen ich zu tun habe. Es ist eine tolle Gemeinschaft mit Traditionen, Engagement und einer Menge Partys. Man kann auf jeden Fall Spaß haben und ist selten allein. Aber auch mit dem Rest der Greifswalder habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht. 😉 Ich finde es besonders schön, dass Greifswald keine anonyme Großstadt ist in der man in der Masse untergeht. Ich bin sehr froh hier zu wohnen und kann die Stadt als Studienstandort nur weiterempfehlen!

Die Berichte der anderen Studienstandorte findet ihr hier: