Als ich diesen Artikel schrieb, war Weihnachten nur noch ein paar Tage entfernt, draußen sah es aber irgendwie nach Ende Oktober aus. Warum gibt es Schnee oft erst im Februar? Wie wäre es denn mal mit weißer Weihnacht?! Nun ja, wenn ich keinen Schnee zu Weihnachten haben kann, will ich euch wenigstens erklären, was es mit der weißen Substanz auf sich hat 😀

In der Theorie

Kühlt man eine Flüssigkeit ab, dann bewegen sich die Moleküle immer langsamer. Bei einer bestimmten Temperatur wird die Energie einiger Moleküle so gering, dass sie den intermolekularen Anziehungskräften nachgeben und sich zu einem Kristall zusammenfügen. So entsteht Eis.

Wasser gefriert normalerweise bei 0 Grad Celsius.Die Wassermoleküle haben im Gegensatz zu vielen anderen Elementen dabei im hexagonalen Gitter einen größeren Abstand als im flüssigen Zustand. Deswegen dehnt sich Eis aus, es hat eine geringere Dichte und schwimmt oben. Soweit dürfte das wohl bekannt sein, ich habe noch ein bisschen weiter recherchiert und will Euch jetzt ein paar unbekanntere Fakten präsentieren:

  • Eis ist nicht gleich Eis. Bisher sind 15 verschiedene kristalline und 5 verschiedene amorphe Formen von Eis bekannt. Amorphes Eis ist fest, hat aber keine geordnete Struktur.
  • Die Farbe von Eis hängt vom Luftgehalt ab: Eis, das viel Luft enthält ist weiß, anderes bläulich, grünlich oder durchsichtig.
  • Eis hat eine Mohshärte von 1,5. Das bedeutet, dass man es mit dem Fingernagel ritzen kann. Dennoch kann man laut Wasserwacht bereits über 18cm dickes Eis mit dem Auto fahren.
  • Reines ruhiges Wasser gefriert erst bei minus 48 Grad Celsius, sehr reines Wasser kann bei bis zu minus 70 Grad noch flüssig sein. Wie bei Schneeflocken, werden kleine Verunreinigungen benötigt, an denen sich die Eiskristalle anlagern können. Unter natürlichen Bedingungen kann Wasser so bei bis zu minus 23 Grad Celsius noch flüssig sein.
  • Erhöht man zusätzlich den Druck, sinkt der Gefrierpunkt weiter. Unter sehr hohem Druck ist es bereits gelungen Wasser bei minus 149 Grad Celsius noch flüssig zu halten.
  • Ein Eiswürfel schmilzt in der Mikrowelle langsamer als Wasser kocht. Und das, obwohl die Wärmedifferenz viel geringer ist.

In der Praxis

Genug von der Theorie. Wozu brauchen wir Eis im Alltag? Eins der größten Anwendungsfelder für Eis ist die Lebensmittelindustrie. Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus wurden in China Getränke im Sommer mit Eis gekühlt, der griechische Arzt Hippokrates verabreichte seinen Patienten um 400 vor Christus durch Eis gekühlte Getränke.  Die Herstellung und längere Lagerung von Eis wurde in Europa aber erst im 16. Jahrhundert möglich, als man die kühlende Wirkung von Salpetersalz entdeckte. In China kannte man angeblich bereits um das Jahr 600 Methoden, um Eis herzustellen.

1881 erfand Carl von Linde dann seine „Kältemaschine“, nach deren Prinzip Kühlschränke auch heute noch funktionieren.

Schon Alexander der Große und Kaiser Nero aßen aromatisiertes Eis, aber erst durch diese Erfindung war die Herstellung und Lagerung im großen Stil möglich. Heute isst jeder von uns etwa 8 Liter Eis im Jahr.

Gut… Jetzt haben wir uns ein paar Daten und Fakten zu Eis angeguckt, und als Belohnung hab ich Euch noch ein Video rausgesucht, wie ihr ganz schnell und einfach selber Eis machen könnt 🙂 Guten Appetit