Geoinformatik – Was ist das eigentlich?

Zuerst einmal fange ich ganz von vorne an: Der Begriff Geoinformatik (GI) setzt sich aus den Worten Geo und Informatik zusammen – wer hätte das gedacht?! 😀 Das Wort Geo kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Erde“. Der Begriff Informatik lässt sich im übertragenen Sinne mit der „automatischen Verarbeitung von Daten“ oder auch „die Wissenschaft mit dem Computer“ übersetzen. Zusammengesetzt beschreiben diese beiden Wörter im Grunde die Lehre vom Wesen und der Funktion raumbezogener Daten. Daraus ergibt sich ein stark interdisziplinäres Arbeiten zwischen diesen beiden Bereichen. Zu den wesentlichen Aufgaben zählen die Erfassung, Speicherung, Analyse, Visualisierung und Präsentation raumbezogener Daten. Interessant ist, dass ca. 75 % aller Informationen einen räumlichen Bezug aufweisen. Daher befinden sich Geoinformatiker an der Schnittstelle von Geowissenschaften und Informatik und besetzen eine wichtige Rolle im wachsenden Markt von Geoinformationen und deren Diensten.

 

Was macht ein Geoinformatiker im Alltag?

Ein GI beschäftigt sich mit der Aufbereitung von Informationen mit räumlichen Bezügen. Also zum Beispiel mit der Erfassung und Darstellung der Erdoberfläche oder mit der Verarbeitung und Analyse von Luft-, Satelliten- und Radarbildern. Ein ebenso alltägliches Geschäft kann die Einrichtung, Anpassung und Bedienung von fachspezifischen Anwendungen, wie Navigationssystemen oder Geoinformationssystemen, sein. Außerdem beschäftigen sich Ingenieure, also Bachelor of Engineering-Absolventen, immer wieder mit der Entwicklung und Lösung neuer Konzeptionen. Näheres zum Bachelor of Engineering findet ihr in meinem Artikel: Nach dem Studium ist vor dem Studium.

Für die Arbeit als Geoinformatiker ist es wichtig zu lernen wie man technische und geodätische Kenntnisse in einen Zusammenhang bringen kann. Im Studium werden diese Kenntnisse und Fähigkeiten durch Module vermittelt. Der Modulplan zeigt euch einen kleinen Überblick der Module des Studienfachs Geoinformatik.

GeoInf

Modulplan Geoinformatik an der HS Neubrandenburg

Wie ihr seht kann man dieses Studium in vier große Bereiche einteilen. Da gibt es zuerst einmal den Informatik-Bereich (z.B. Grundlagen der Informatik oder Datenbanken), den Allgemeinen- Bereich (z.B. Mathe oder Recht), den Geoinformatik-Bereich (z.B. Geowissen oder GIS) und den Geodäsie-Bereich (z.B. Vermessungskunde für GI oder Landesvermessung). Diese Module werden durch ein Praktikum abgerundet bei dem man – wie soll es auch anders sein – viele praktische Erfahrungen sammeln kann und anschließend mit einer Bachelor Arbeit endet.

Meine persönliche Modulhitliste startet mit Mathe, dicht gefolgt von Algorithmen und Programmierung und wird von Landesvermessung abgerundet. Aber nicht nur der Inhalt des Moduls zählt für mich, sondern auch wie die Inhalte vermittelt werden. Wöchentlich müsst ihr im Durchschnitt mit 12 bis 15 Veranstaltungen à 90 Minuten Vorlesungszeit rechnen. Natürlich ist auch  hin und wieder ein freier Tag dazwischen….oder zwei….oder drei… 😉

 

Welche möglichen Arbeitsfelder gibt es für Geoinformatiker?

Es besteht derzeit eine große Nachfrage nach Spezialisten, auch in der Geoinformatik. Die  Berufsaussichten nach dem Bachelor of Engineering kann man deshalb allgemein als gut bezeichnen. Absolventen des Bachelor-Studiengangs Geoinformatik, z.B. an der HS Neubrandenburg, können vielseitig eingesetzt werden. Sie finden unter anderem in Ämtern, Behörden, Entwicklungsabteilungen und Forschungseinrichtungen eine Anstellung.

Zu den späteren Tätigkeitsfeldern zählen:

  • Vermessungs-, Ingenieur-, Planungs-, Umwelt- und Consultingbüros
  • Stadt-, Regional- und Landesplanungsbehörden
  • Umweltmonitoring und Umweltplanung
  • Forst- und Agrarwirtschaft
  • Ver- und Entsorgung
  • Aufbau von Informationsdiensten, z.B. Tourismus
  • Software-Entwicklung
  • Forschung und Lehre

Hat man sein GI-Studium erfolgreich beendet, stehen die Chancen also gar nicht mal so schlecht, einen interessanten und abwechslungsreichen Job zu bekommen. Auch wenn das Studium manchmal kein Zuckerschlecken ist, bin ich dennoch froh, hier in Neubrandenburg Geoinformatik zu studieren 😀