Ich habe Euch ja schon mal berichtet, was mich an dem Fach Biochemie so fasziniert und dass ich es unglaublich spannend finde, sich mit der Frage zu beschäftigen „Wie ist das Leben aufgebaut und wie funktioniert es?“

 

Aber wie läuft das eigentlich genau ab, wenn man die Chemie des Lebens um sich herum verstehen will?

Nett wäre es, sich das fette Biochemie-Buch unters Kopfkissen zu legen und am nächsten Morgen ziemlich vielwissend aufzuwachen. Man würde auf sein Frühstück blicken und entdecken: Es gibt Fette in der Butter, Eiweiß in der Milch, Kohlenhydrate im Brot und Vitamine in dem Apfel… okay soweit ist das glaube ich vielen klar. Aber wie sieht die genaue Struktur aus und welche Atome sind an welcher Stelle aneinander geknüpft? Und vor allem der nächste Schritt: Wenn ich das alles in meinen Bauch verfrachtet habe, wie verändert mein Körper dann all diese Strukturen und macht Energie daraus, damit ich mich auf das Fahrrad schwingen und zur Uni radeln kann?

 

Wieso wächst kein Apfelbaum in mir und warum geben mir manche Lebensmittel mehr Energie als andere?

Leider dauert es in der Realität etwas länger, um ein ganzes Biochemiebuch in sich aufzunehmen. Das hat wohl auch viele biochemische Gründe, die mit dem Gehirn zu tun haben. Ich kann aber berichten, dass das Lernen auch mit Spaß verbunden ist und man ja einige Gefährten hat, die ebenfalls all das verstehen wollen.

Das Biochemie-Studium kombiniert hauptsächlich Fächer aus der Biologie und der Chemie. In den sechs Semestern des Bachelor-Studiums erwartet euch in Greifswald folgende Zusammensetzung aus Basis-, Fach- und Vertiefungsmodulen:

  • Mathematik
  • Physik
  • Allgemeine Biologie
  • Allgemeine und Anorganische Chemie
  • Analytische Chemie
  • Organische Chemie
  • Physikalische Chemie (Thermodynamik und Kinetik)
  • Biochemie
  • Genetik
  • Tier- oder Pflanzenphysiologie
  • Mikrobiologie
  • Molekülaufbau und chemische Bindung
  • Proteinbiotechnologie
  • Instrumentelle Analytik

Wenn ihr das noch etwas genauer wissen wollt schaut euch doch mal den Modulkataklog an 😉 Ich persönliche hatte/habe am meisten Spaß an den Modulen Biochemie und organischer Chemie. Im letzten Jahr des Studiums, in das ich nun gerade gestartet bin, kann man sich zusätzlich für 2 von 6 verschiedenen Wahlmodulen entscheiden und das vertiefen, was einem am meisten liegt. Sind die Grundlagen erstmal gelegt, bietet die Biochemie viele Möglichkeiten, sich zu spezialisieren. So interessiert die einen die Medizin mehr und die anderen, was in einer Pflanze vor sich geht. Ich habe mich zum Beispiel für die Wahlmodule „Molekular- und Zellbiologie“ und „Bioorgansiche Chemie“ entschieden. Ich werde also so einiges über die DNA lernen und wie sie mit bestimmten Molekülen wechselwirkt. Diese Wechselwirkungen unterscheiden sich je nach Umweltsituationen und  haben dann eine Auswirkung darauf, wie sich die Zellen oder der Körper verhalten.

Einfaches Beispiel:

Hast du Schokolade gegessen und viel Zucker im Blut, muss dieser Zucker von den Zellen aufgenommen und gespeichert werden. Ein paar Stunden später, wenn dein Körper dann zum Beispiel Energie braucht, um darüber nachzudenken, was du für deinen Urlaub einpacken musst und den schweren Koffer zu tragen, stellen deine Zellen darauf um die aufgenommene Energie bereitzustellen. Die Moleküle, die dafür zuständig sind, sind ganz unterschiedliche. Über deine DNA wird dann reguliert, dass auch die richtigen Moleküle zur richtigen Zeit bereitstehen.

Zu jedem Studien-Modul gehört auch immer eine Klausur am Ende des Semesters. Diese sind so verteilt, dass nach jedem Semester etwa drei bis sechs Klausuren geschrieben werden.

Außerdem zählt auch ein praktischer Teil zu jedem Modul (seht hierzu mal in meinem Artikel „Studieren geht über Probieren“ nach). Also nicht nur Theorie, sondern auch im Labor stehen und ausprobieren. Die Praktika finden sowohl im Semester als auch in der vorlesungsfreien Zeit statt.

Ein Biochemiker lernt also nach und nach immer mehr über die chemischen Grundlagen des Lebens und wie man sie erforscht. Und vielleicht seht ihr irgendwann auch  die Vitamine in eurem Apfel und wisst, was sie in eurem Körper anstellen 😀