Dr. Dr. Sheldon Lee Cooper, Dr. Leonard Leakey Hofstadter, Dr. Rajesh „Raj“ Ramayan Koothrappali , Howard Joel Wolowitz , Dr. Bernadette Maryann Wolowitz und Dr. Amy Farrah Fowler – wir alle kennen und lieben die Wissenschaftler aus der amerikanischen Serie The Big Bang Theory mit ihrer etwas zerstreuten und weltfremden Art. Ganz nebenbei bestätigen sie unser klischeehaftes Bild eines Nerds. Dieser ist typischerweise männlich, präsentiert sich in T-Shirts mit Motiven diverser Comic-Superhelden und hat eine ausgeprägte Leidenschaft für Science-Fiction, Computer- und Videospiele. Außerdem weiß er aufgrund seiner fehlenden Sozialkompetenz nicht, wie man sich in gewöhnlichen Alltagssituationen korrekt verhält. So gut diese Charakteristika für die Protagonisten einer Comedy-Serie funktionieren mögen und so lustig sich das vielleicht anhört: Diese Klischees sind in Wirklichkeit natürlich totaler Quatsch. Denn hinter wissenschaftlichem Arbeiten steckt weitaus mehr, als man so denkt…

Wir möchten darum die Gelegenheit nutzen, um mal kurz mit einigen dieser Klischees aufzuräumen.

1) Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet NICHT, sich als Forscher in ein dunkles Büro hinter den Rechner zu verkriechen oder nächtelang allein im Labor zu sitzen. Um in der Forschung und im Studium voran zu kommen und die Entwicklung neuer Ideen anzuschieben, ist der direkte Austausch mit den Forschungskollegen das A und O. Demzufolge bestimmen das Miteinander und die gemeinsamen Interessen das Arbeitsklima in Forschungslaboren und Instituten. Da sprechen wir aus eigener Erfahrung.

2) Es stimmt auch nicht, dass Wissenschaftler hochbegabt und mit einem herausstechend hohen IQ gesegnet sein müssen. Wer hochbegabt ist, kann sich glücklich schätzen. Verpflichtende Voraussetzung für ein Studium im technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich ist das aber natürlich nicht. Auch der Stereotyp des männlichen, technikaffinen Wissenschaftlers ist längst überholt. Junge Frauen sind heute fester Bestandteil der Wissenschaftsgemeinde und stehen ihren männlichen Kollegen in Sachen Ehrgeiz, individuelle Fähigkeiten und Qualifikationen in nichts nach.

 3) Ein naturwissenschaftliches Studium besteht aus so viel mehr, als nur aus den klassischen Schulfächern Biologie, Chemie, Mathe und Physik. Es steht für ein sehr vielfältiges Angebot von unterschiedlichen und speziellen Fachrichtungen und Kombinationsmöglichkeiten. Dazu gehören beispielsweise auch Fächer wie Agrarwirtschaft, Maschinenbau, Elektrotechnik, Multimediawissenschaft, Lebensmitteltechnik und Regenerative Energien.

4) In den Laboren und Instituten der Hochschulen wird darum auch nicht nur an der Erfindung nobelpreisverdächtiger Geheimtechnologien geforscht, die kein normaler Mensch versteht. Großer Wert wird bei der Erforschung und Entwicklung neuer Techniken und Produkte vor allem auf den Alltagsbezug gelegt. Das wissenschaftliche Endprodukt soll einen konkreten Zweck erfüllen, ein aktuelles Problem lösen und somit das Leben der Menschen besser oder einfacher machen. Dabei entstehen z. B. schneller wirkende Kopfschmerztabletten, verbesserte MP3-Player, hautverträglichere Lippenstifte oder Seifen, gesündere Lebensmittel, neuartige Smartphones etc. Als MINT-Studierende können wir und auch ihr genau solche Dinge erforschen und später zu ihrer Entwicklung beitragen! Welche Bedeutung solche Alltagsgegenstände haben, könnt ihr auch an dieser Stelle noch einmal sehen.

Ein Studium im MINT-Bereich bietet außerdem ziemlich gute Berufschancen in nahezu allen Branchen. Die Nachfrage nach qualifizierten Absolventen ist überall sehr hoch. Die Jobs bieten, zusätzlich zu einem abwechslungsreichen Arbeitsalltag, in der Regel eine überdurchschnittlich gute Bezahlung, da sie von hoher gesellschaftliche Bedeutung sind. Nach dem Abschluss eines Studiums im MINT-Bereich stehen die Absolventen normalerweise als junge, hoch qualifizierte und äußerst gefragte Experten vor dem Beginn einer vielversprechenden Karriere. Wer möchte bei diesen verheißungsvollen Aussichten kein „Science Geek“ sein?! 😉

Aber mal ehrlich: Glaubt ihr, dass Stereotypen und Klischees sich ernsthaft auf die Studienwahl auswirken können?